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JOURNAL

EDITION I - ÜBER DAS, WAS LEIBT

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Über das, was bleibt

Diese Werke sind dafür gemacht, gesehen zu werden –
nicht nur im Moment ihrer Entstehung,
sondern über Jahre hinweg.

 

Wenn ein Blick auf eines dieser Werke
eine Erinnerung wachruft,
hat es seinen Zweck erfüllt.

Ein Werk ist kein Beweis für einen Moment.
Es ist ein Träger von Zeit.

 

Es hält nicht fest, wie etwas aussah.
Es bewahrt, wie es sich angefühlt hat.

 

Darin liegt sein Wert.

Ein Werk entsteht nicht für den Augenblick.
Es entsteht für das Danach.

 

Für Räume, in denen gelebt wird.
Für Wände, an denen Zeit vorbeigeht.
Für Blicke, die immer wieder zurückkehren.

 

Still.
Unaufdringlich.
Selbstverständlich.

Was bleibt, ist nicht das Ereignis.
Nicht der Kontext.
Nicht die Situation.

 

Was bleibt, ist ein Gefühl,
das sich nicht erklären lässt –
aber wiedererkennbar ist,
wenn man ihm erneut begegnet.

Ein Werk begleitet.
Es drängt sich nicht auf.
Es wartet.

 

Und irgendwann –
oft viel später –
öffnet es etwas im Inneren.

 

Eine Erinnerung.
Eine Stille.
Ein Wissen darum,
dass dieser Moment existiert hat.

Denn Erinnerung
muss nicht bewahrt werden.

 

Sie findet ihren Weg zurück,
wenn die Zeit reif dafür ist.

Diese Werke verlangen keine Aufmerksamkeit.
Sie erklären sich nicht.
Sie stehen.

 

Ihre Bedeutung entsteht im Wiedersehen.
Im Wiedererkennen.
Im Verweilen.

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